
Musée Rodin, Paris
Foto: privat
Auguste Rodin:
La Cathédrale
Zwei Hände,
einander zugleich fern und nah,
gelöst und doch gespannt,
jede für sich schön
und erst im Miteinander
ein Ganzes bildend.
Sie sind einander zugewandt,
innerlich aufeinander bezogen,
verbunden, aber nicht verschlossen.
Zwischen ihnen bleibt ein Raum:
la Cathédrale:
In aller Gemeinsamkeit bleibt immer
ein Rest von Einsamkeit.
Alles menschliche Sich-halten
ist zugleich ein Sich-lassen,
im Alltag wie zuletzt im Tod.
Die Hände bilden
eine wundervolle Einheit.
Einander zugewandt,
berühren sie sich
über Unbekanntes hinweg
in dem liebevollen Raum
ihrer Handinnenflächen.
Sie verschenken sich
und krallen nicht.
In diesem Raum des Respekts,
des Vertrauens
und der Liebe ist ein Ahnen ...
... für das Geheimnis der Lebens,
das G*ttliche.
